header-pos

Im 4. Quartal konnten zwei bedeutende Ausrüstungsbereiche bei der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Korneuburg  durch die Anschaffung neuer Geräte modernisiert werden.

Neues hydraulisches Rettungsgerät:Hyraulischer Rettungssatz neu

Das Vorausfahrzeug der Feuerwehr „Kommando 1“ steht seit 1993 im Einsatz und war bis dato mit einem hydraulischen Rettungssatz (Schere, Spreizer, Rettungszylinder) der „ersten Generation“ ausgestattet. Aufgrund neuerer Fahrzeugtechnologien und durch die Verwendung härterer Materialien im Kraftfahrzeugbau war das bisher am Fahrzeug verlastete Rettungsgerät mit einem Betriebsdruck von nur ca. 480 bar bereits an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt. Ebenso war das bestehende Zwei-Schlauch-Kupplungssystem nicht mehr am Stand der Technik. Ein Team aus Kameraden der Fachbereiche „Fahr- und Zeugmeisterei“ arbeitete daher einen Anforderungskatalog für eine Neuanschaffung aus. Im Vordergrund stand bereits auch die anstehende Neugestaltung des Fahrzeugkonzepts „Vorausfahrzeug“ in den nächsten fünf Jahren.  Ausschlaggebend war die Steigerung der Leistungsfähigkeit des hydraulischen Rettungsgeräts bei gleichbleibend kompakten Abmessungen in Verbindung mit geringem Eigengewicht. Zudem sollte das System natürlich mit den drei anderen Hydraulikgeräten der Feuerwehr kompatibel sein, insbesondere was die Wartung betrifft. Die hydraulische Rettungsausrüstung sollte im Zuge der Neuanschaffung auch durch einen „Pedalschneider“ ergänzt werden, der auch das Schneiden von gehärteten Stählen, wie eben z.B. Gas-oder Bremspedal, ermöglicht. Die Wahl fiel daher schlussendlich auf das hydraulische Rettungsgerät der Fa. LUKAS. Angekauft wurden folgende Geräte, die einen hydraulischen Rettungssatz bilden:

  • Hydraulikmotorpumpenaggregat PE 650 4E, für den Betrieb von bis zu 4 Geräten zugleich
  • hydr. Spreizer SP 300, Spreizkraft bis 112kN, Spreizweg ca. 605mm
  • hydr. Rettungsschere S 311,  Schneidkraft ca. 430kN, Öffnungsweite ca. 150mm
  • hydr. Zylinder R430, 3-stufig, Hubkraft 35-240kN, Hublänge bis 850mm
  • hydr. Pedalschneider Lukas mini S 120, Schneidkraft ca. 183kN
  • Zusatzschlauchhaspel 20m mit Mono-Kupplung

Der Kaufpreis von € 20.820,00 excl. UST wurde dankenswerterweise zur Gänze von der Stadtgemeinde Korneuburg finanziert, die damit der Feuerwehr die notwendigen Mittel zur zeitgemäßen, modernen und sicheren Gefahrenabwehr zur Verfügung stellt.

Im Zuge einer Gesamtübung wurde die Neuanschaffung auf „Herz und Nieren“ getestet, die Maschinisten eingeschult und das Hydraulikgerät damit offiziell in Dienst gestellt. Die erforderlichen Umbauten im Geräteraum des Vorausfahrzeuges wurden von der Feuerwehr selbst durchgeführt. In diesem Zuge wurde auch die erweiterte Ausrüstung zur Menschenrettung aus Kraftfahrzeugen (Gurtschneider, Air-Bag-Rückhaltesystem, usw.) evaluiert, ergänzt und, analog zum Tunnel-Löschfahrzeug, in einem „Verkehrsunfall-Koffer“ übersichtlich zusammengefasst. Ebenfalls wurden neue Unterbauschiebeblöcke zur Sicherung von Unfallfahrzeugen angekauft und am Fahrzeug gehaltert.

Das neue hydraulische Rettungsgerät bestand bereits am 27.10.2013 seine erste Feuertaufe, als eine schwer verletzte Person aus einem Unfallwrack gerettet werden musste.  

Neue Atemschutzgeräte:

MSA Auer "Air Go", 300bar CompositeDurch den Ankauf des Tunnellöschfahrzeuges Ende 2009 und den dort in Verwendung stehenden Atemschutzgeräten („Twin Pack“ mit bis zu 45min Einsatzdauer) erfolgte eine schrittweise Umstellung des gesamten Atemschutzsystems der Feuerwehr. Es wurde damit begonnen, alle Atemschutzgeräte auf die Überdrucktechnologie in Verbindung mit dem 2-Punkt-Maskensystem umzurüsten. Ende des Jahres 2013 wurden die bisherigen sechs Atemschutzgeräte (200bar, 2x4l Stahlflaschen) des 1. und 2. Tanklöschfahrzeuges durch Geräte der Fa. MSA Auer ersetzt. Nunmehr steht dem Atemschutztrupp das Gerät „MSA Auer Air Go“ mit einer 300bar Composite-Flasche für den Einsatz zur Verfügung. Das Gerät zeichnet sich durch seinen guten Tragekomfort und das verringerte Eigengewicht der Atemluftfasche aus. Die Einsatzdauer bleibt, in Vergleich zu den Geräten mit Stahlflaschen, gleich und beträgt ca. 20min. Um die Logistik sicherstellen zu können, wurden dazu ebenfalls Atemschutzmasken, Überdruck-Lungenautomaten und Reserveflaschen angeschafft. Die Ersatzbeschaffung von drei Stück Atemschutzgeräten für das Drehleiterfahrzeug ist im Frühjahr 2014 geplant, womit die Umstellung des Atemschutzsystems innerhalb der Feuerwehr komplettiert wird.

Die Kosten in der Höhe von € 8.080,56 übernahm die Stadtgemeinde Korneuburg, der Restbetrag von € 3.600,00 wurde aus Fördermitteln des Landes NÖ lukriert.

Am Gruppenfoto: Kommandant HBI Martin Schuster, Kdt-Stv. OBI Martin Peterl, Oberverwalter OV Peter Sturm mit Bürgermeister der Stadt Korneuburg Christian Gepp Msc, Vizebürgermeister Robert Zodl und Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser bei der offiziellen Geräteübergabe an die Feuerwehr.